Offenbacher Terrorismusexperte liest auf dem Aliceplatz: „Müssen Feind kennen, um ihn zu besiegen“ | Offenbach

Offenbacher Terrorismusexperte liest auf dem Aliceplatz
„Müssen Feind kennen, um ihn zu besiegen“

17.09.17 03:30
Terrorismusexperte und Enthüllungsjournalist: Shams Ul-Haq © p

Offenbach – Als Jugendlicher kam er selbst als unbegleiteter Flüchtling von Pakistan nach Deutschland, nun wurde der Offenbacher Journalist Shams Ul-Haq bekannt durch seine Enthüllungsreportagen in Flüchtlingsheimen.

Beim „StadtLesen“ ist er am Freitag, 13. Oktober, um 18 Uhr an der Reihe. Redakteur Marian Meidel befragte ihn dazu.

Herr Ul-Haq, was lesen Sie bei der Veranstaltung vor – und warum? Was ist Ihre Motivation daran teilzunehmen?

Ich lese über meine Undercover-Recherchen in deutschen und europäischen Flüchtlingsheimen, damit der deutsche Steuerzahler weiß, was in Wirklichkeit dort abgeht. Zum Beispiel gibt es Salafisten, die ihre Bärte abrasiert und sich dort als Hilfsarbeiter gemeldet haben. Sie helfen den Flüchtlingen, denen es nicht gut geht, freunden sich mit ihnen an. Und sie laden sie ein in Moscheen, wo sie dann radikalisiert werden.

Sie sind in Pakistan geboren und kamen erst als Schüler nach Deutschland. Wie schwer war es für Sie, Deutsch zu lernen?

Ich habe Deutsch in der Schule gelernt, also im Deutschunterricht. Aber vor allem habe ich unter Deutschen gelebt und die deutsche Sprache ständig als Umgangssprache genutzt.

Was bedeutet es heute für Sie, anderen Menschen auf Deutsch etwas vorzulesen?

Es bedeutet mir viel, und es macht mir Spaß, in deutscher Sprache vorzulesen. Aber ich habe noch immer Schwierigkeiten, wirklich fließend vorzulesen. Deshalb erzähle ich lieber und diskutiere mit meinen Zuhörern.

In Offenbach leben sehr viele Nationalitäten und Kulturen zusammen. Glauben Sie, das Lesen kann integrationsfördernd wirken? Wenn ja, wie?

Lesen steht in engem Zusammenhang mit Bildung. Und Bildung ist sehr wichtig für alle. Hier in Deutschland ist die Bildung viel stärker als in den Herkunftsländern der meisten Flüchtlinge. Deshalb wäre es wichtig, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund an Veranstaltungen wie dieser teilnehmen.

In Ihrem Buch „Die Brutstätte des Terrors“ geht es um radikalen Islamismus, Ihre Homepage weist Sie als Terrorismusexperten aus. Wie sind Sie dies geworden?

Ich bin seit zehn Jahren in den Krisengebieten in Pakistan, Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien unterwegs. Ich spreche dort mit den Terrororganisationen vor Ort, also mit Vertretern von Al Kaida, Taliban, Islamischem Saat, Al Nusra usw. Ich studiere die Historie dieser Terrororganisationen; wann, warum und von wem wurden sie gegründet, welche Ziele verfolgen sie und welche Strategie haben sie geplant. Diese Informationen gebe ich weiter an Organisationen, Schulen, Universitäten, Politiker und schreibe in meinen Artikeln und Büchern darüber. Denn wenn wir den Feind besiegen wollen, müssen wir ihn genau kennen und verstehen. Deshalb habe ich mit vielen Terroristen gesprochen.

Auf dem Werbebanner für Ihr Buch steht der Satz „Kriminelle Flüchtlinge sollten sofort aus Deutschland abgeschoben werden“ – eine drastische Formulierung. Was steckt dahinter?

Wenn ich heute im Ausland bin, dann erlebe ich, wie Deutsche noch immer mit Nazis verglichen werden. Genauso tut es mir weh, wenn Muslime mit Terroristen gleichgesetzt werden. Deswegen müssen alle Flüchtlinge und Migranten, die in Deutschland Terror planen oder Frauen vergewaltigen, sofort abgeschoben werden. Aber wir haben in Deutschland lächerliche Gesetze. Deswegen werden wir genauso wie die Deutschen mit dem Nazi-Ruf ewig mit dem Terroristen-Stempel versehen sein.
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Arbeiten Sie aktuell an einem neuen Buch? Worauf können sich die Leser freuen?

Ja, ich schreibe an einem zweiten Buch. Es wird um die Radikalisierung in deutschen und europäischen Moscheen gehen. Aber es ist schwierig, einen guten Verlag zu finden.

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