Terrorismus und was ist Dschihad?

Terrorismus und was ist Dschihad?

Als erstes müssen wir feststellen, welche Terrororganisationen sich auf der Welt befinden. Ob sie dann wirklich Terrororganisationen sind oder für eigene Rechte kämpfen, ist die andere Frage.>>>>
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Hamas: Die Hamas wurde in Ägypten 1928 gegründet. Im Jahr 1987 diente sie für karitative und religiöse Aufgaben im Gaza-Streifen. Die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Hamas und ihre Unterorganisation, die Qassam-Brigaden, werden von der Europäischen Union, den USA, und anderen, vor allem westlichen Staaten, als terroristische Vereinigung eingestuft und sind vor allem durch ihre Selbstmordattentate und andere Angriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten bekannt geworden. In den palästinensischen Autonomiegebieten betätigt sich die Hamas auch auf karitativem Gebiet. Im Jahr 2006 trat sie als politische Partei in Erscheinung. Bei der Wahl am 25. Januar errang sie die absolute Mehrheit der Mandate im palästinensischen Legislativrat. Es kam zu einem offenen Machtkampf zwischen der ehemals regierenden Fatah und der Hamas, was zu einer Spaltung der Palästinensischen Autonomiegebiete führte: Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen fiel der Gazastreifen an die Hamas (Juni 2007), die Westbank an die Fatah.Eta: 1959 von baskischen Nationalisten gegründet zur Bildung eines unabhängigen Baskenstaates. Mit dem Spanischen Bürgerkrieg, aus dem der General und spätere Diktator Francisco Franco im Jahr 1939 als Sieger hervorging und der im Baskenland besonders brutal geführt wurde (erster großflächiger und völkerrechtswidriger Bombenangriff auf die unbefestigte Stadt Guernica durch deutsche Truppen), wurde der baskische Nationalismus für Jahrzehnte in die Illegalität und damit in den Untergrund gedrängt. Dieser Umstand führte sowohl zu einer ideologischen Festigung als auch zu einer Radikalisierung des baskischen Nationalismus. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums die die historisch unterschiedlichen Phasen während und nach der Franco-Diktatur undifferenziert zusammenfassen, wurden bei Anschlägen zwischen 1960 und 2008 insgesamt 823 Menschen von der ETA getötet, darunter 342 Zivilisten. 481 gehörten staatlichen Organen an.

FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbien): 1964 größte Guerilla-Organisation des Landes, als bewaffneter Arm der KP Kolumbiens gegründet. Die FARC entstanden im Kontext der seit 1948 andauernden gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der linken und der konservativen Partei Kolumbiens (La Violencia). Im Laufe dieser Auseinandersetzungen wurden 1949 die sogenannten unabhängigen Republiken (repúblicas independientes) von der Kommunistischen Partei Kolumbiens sowie linken und radikalen Bauern in Teilen des Landes gegründet. 1964 eroberte das kolumbianische Militär die República de Marquetalia. Die überlebenden Bewohner um Manuel Marulanda und Jacobo Arenas hielten am 20. Juli desselben Jahres in Marquetalia eine Konferenz ab, auf der sie die Guerillaorganisation Bloque Sur gründeten. 1966 ging der Bloque Sur in den FARC auf, die am 5. Mai offiziell als militärischer Arm der Kommunistischen Partei Kolumbiens gegründet wurden. Sie verstanden sich als bäuerliche Selbstverteidigungsgruppe gegen die von Großgrundbesitzern und Militär ausgehende Gewalt und hatten sich eine „revolutionäre Landreform“ zum Ziel gesetzt. Bis heute bezeichnen die FARC sich selbst als marxistisch-leninistisch und bolivarisch.

Hisbollah: Im Jahr 1982, kurz nach dem israelischen Einmarsch in den Südlibanon, griffen iranische Truppen nach einer vom Ayatollah Chomeini ausgerufenen Fatwa zugunsten der schiitischen Milizenx aktiv in den libanesischen Bürgerkrieg ein. Die etwa 2000 Pasdaran (Revolutionsgarden), die zunächst in der Scheich-Abdullah-Kaserne in Baalbek stationierten waren, sollten die islamische Revolution nach iranischem Vorbild in den Libanon exportieren (Revolutionsexport). Sie organisierten sich in der Bekaa-Ebene nahe der syrischen Grenze, wo die ersten Ausbildungslager der Pasdaran errichtet wurden. Die iranischen Kämpfer, die sich von nun an Hisbollah nannten, was namentlich an die sogenannten Hezbollahi (Chomeini-Anhänger) während der iranischen Revolution angelehnt ist, rekrutierten nach Vorbild der freiwilligen Miliz der Basij meist junge Libanesen zu Guerilla-Einsätzen und Himmelfahrtskommandos. Aus ihnen bildeten sich die Gruppen, die sich später zur Hisbollah zusammenschlossen. Sie rekrutierten sich überwiegend aus ehemaligen Mitgliedern der schiitischen Amal-Miliz und aus mehreren kleineren Gruppen wie dem Houssein Suicide Squad, Jundallah (Armee Gottes), der Islamischen Studenten-Union und Mitgliedern der libanesischen Dawa-Partei. An der Formierung, Finanzierung und Gründung der erst 1985 offiziell unter dem Namen Hisbollah in Erscheinung getretenen Organisation waren die ersten Kommandeure der iranischen Revolutionsgarden Abbas Zamani (Abu Sharif ) und Mostafa Chamran, der sich zuvor an der Ausbildung der Amal-Miliz und den ersten Kämpfen beteiligte, wie Ayatollah Ali Akbar Mohtashami und später Ali-Reza Asgari als Koordinatoren aktiv beteiligt. Ab 1985 kam es zu schweren Kämpfen zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah und der Amal, die wiederum von Syrien unterstützt wurde. Die Amal hatte zuvor mit schweren Waffen die palästinensischen Flüchtlingslager Sabra und Schatila angegriffen und zahlreiche Zivilisten getötet. Die Hisbollah stellte diese auch oft als Massaker bezeichneten Angriffe als Grund für die Kämpfe mit der Amal dar. Es wird aber allgemein vermutet, dass Machtkonkurrenz zwischen den beiden schiitischen Milizen ein mindestens ebenso wichtiges Motiv war. Nach dem Ende des libanesischen Bürgerkrieges kam es zur Aussöhnung der beiden Schiitenmilizen. Ihre politischen Flügel arbeiten mittlerweile eng zusammen und bilden sogar gemeinsame Wahllisten.

Tiger der Tamil Eelam (LTTE): Seit 1983 kämpfen sie für einen unabhängigen Tamilen-Staat im Norden und Osten Sri Lankas. In den 1960er Jahren begannen Tamilen, zunächst überwiegend Studenten, sich zu organisieren, anfangs mit friedlichen Mitteln (Demonstrationen, Zeitungen) gegen die Unterdrückung zu kämpfen. Während dieser Zeit entstanden schätzungsweise 30 Kleingruppen, darunter auch die LTTE, die sich bis zu ihrem Zusammenschluss mit einer anderen größeren militanten Gruppierung 1976 TNT (Tamil New Tigers) nannte. 1979 schloss sich Anton Balasingham der LTTE an und wurde im Folgenden der Chefideologe. Er fügte dem alleinigen Ziel der tamilischen Unabhängigkeit weitere marxistisch beeinflusste Ideen im Bereich der Sozialpolitik hinzu, was die Politik der Gruppe dauerhaft prägte. Die LTTE war deutlich effizienter als die anderen militanten Gruppen, was auf ihre Disziplin zurückzuführen ist, die durch die Führungsstärke des als charismatisch angesehenen Prabhakaran und die feste Ideologie bedingt ist. Die Tötung von 13 singhalesischen Soldaten durch die LTTE im Juli 1983 und die darauf folgenden Pogrome gegen die tamilische Minderheit mit 1000 bis 5000 Toten gelten gemeinhin als Beginn des Bürgerkriegs in Sri Lanka. Im Krieg kämpfte die LTTE erfolgreich gegen die Regierungstruppen und konnte die Kontrolle über den tamilisch dominierten Norden und Teile des Ostens Sri Lankas erlangen. Das kulturelle Zentrum der Tamilen Jaffna wurde jedoch 1996 von der Srilankischen Armee zurückerobert. Anfangs arbeitete die LTTE mit den anderen militanten Gruppierungen zusammen. Ab 1986 bekämpfte sie die TELO (Tamil Eelam Liberation Organization) und ermordete deren gesamte Führung und mehrere hundert Kämpfer, bis diese Gruppierung ihren Einfluss völlig verloren hatte. Einige Monate später griff die LTTE Lager der EPRLF (Eelam People’s Revolutionary Liberation Front) an und verdrängte diese von der Jaffna-Halbinsel. Warum die LTTE die anderen Gruppen bekämpfte ist umstritten. Ihre eigene Begründung lautete, dass diese zu stark mit Indien zusammenarbeiten würden und teilweise vom indischen Geheimdienst RAW unterwandert seien. Die anderen Gruppierungen waren nicht so radikal wie die LTTE und man befürchtete, dass sie vor allem durch indische Einflussnahme einer Lösung des Konflikts unter zu großen Zugeständnissen zustimmen würden. Das Ergebnis der Angriffe war die Festigung der Position der LTTE als der vorherrschenden militärischen Gruppierung im Kampf für Tamil Eelam. International bekannt wurden die Tamil Tigers jedoch erst durch ihre Selbstmordattentate. So wurde 1991 der ehemalige indische Premierminister Rajiv Gandhi von ihnen ermordet, 1993 der sri-lankische Präsident Premadasa.

Abu Sayyaf: 1991 islamische militante Untergrundorganisation im Süden der Phillippinen, besonders im Bereich der Inseln Jolo, Basilan und Mindanao, Philippinen. Die Einrichtung eines islamischen Gottesstaats in Philippinen nach iranischem Vorbild dient als Ziel. Die Abu-Sajaf-Terrorgruppe ging ursprünglich aus der Gruppe „Moro National Liberation Front“ (MNLF) auf Mindanao hervor. Abdurajik Abubakar Janjalani lehnte die gemäßigte Linie der MNLF ab und gründete 1991 die islamistische Organisation Abu Sajaf, die er bis zu seinem Tod 1998 führte. Die Gruppe erklärte, dass sie die Christen aus dem Süden der Philippinen durch Gewaltakte vertreiben will. Einer der ersten Gewaltakte wurde 1991 auf eine Veranstaltung des christlichen Hilfs- und Missionsschiffs „Doulos“ verübt. Die Gruppe zog muslimische Jugendliche an, die politisch unzufrieden und islamistisch eingestellt sind. Zu ihren anfänglichen Aktionen zählten Entführungen, Bombenanschläge und Granatenangriffe. 1995 erreichte die Gruppe internationale Aufmerksamkeit durch einen seegestützten Angriff auf die mehrheitlich von Christen bewohnte Stadt Ipil auf Mindanao, an dem mehr als 200 bewaffnete Terroristen beteiligt waren. Dabei wurde das wirtschaftliche Zentrum der Stadt zerstört, die sieben Banken der Stadt beraubt und 53 Einwohner getötet. Die Terroristen flohen mit Geiseln in die Wälder; viele der Geiseln wurden später mit Messern zu Tode gehackt. Die Aktivitäten der Abu-Sajaf-Gruppe werden durch Raub, Erpressung und Entführung, besonders von Ausländern, finanziert. Es gibt Berichte, nach denen Abu Sajaf auch in Malaysia und Indonesien arbeitet. Auch beteiligte sich die Organisation an Planungen zur Operation Bojinka, bei der die Sprengung mehrerer Flugzeuge geplant war, in Zusammenarbeit mit Al-Qaida und anderen Organisationen, sowie an einem Plan zur Tötung von Papst Johannes Paul II. anlässlich seines Besuchs der Philippinen im Januar 1995. Am 18. Dezember 1998 wurde Abdurajik Abubakar Janjalani bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Die Führung wurde nach Informationen der philippinischen Armee anschließend von seinem Bruder Khadaffy Janjalani übernommen. Abu Sajaf war im Jahre 2000 an der Entführung u. a. der deutschen Familie Wallert, deren Mitreisenden und Hotelangestellten eines Taucher-Resorts auf Sipadan beteiligt, die mit Booten zur Insel Jolo verschleppt wurden. Das Abu-Sajaf-Mitglied Ghalib Andang, auch Commander Robot genannt, führte diese Entführergruppe an. Anführer Khadaffy Janjalani fiel im September 2006 einem Schusswechsel zum Opfer. Am 20. Januar 2007 wurde sein Tod bestätigt, nachdem eine im Dezember gefundene Leiche durch DNA-Vergleich mit seinem Bruder identifiziert worden war. Im April 2007 sind sieben Christen im Süden der Philippinen von der Gruppe enthauptet worden. Zuerst hatte die Organisation vergeblich knapp 80.000 Euro Lösegeld gefordert, danach zwangen sie Zivilisten, die abgetrennten Köpfe in zwei Kasernen abzugeben.

Die Islamische Bewegung Usbekistans (IMU): Offiziell Harakat ul Islamiyyah Özbekistan genannt, wurde 1996 im Exil gegründet, zum Teil weil friedlicher Widerstand gegen das autoritäre Regime in Taschkent nicht länger möglich war. Zum ersten Mal errang die IMU international Aufmerksamkeit als sie in den Sommern 1999 und 2000 Überfälle in den bergigen Grenzregionen Usbekistans, Kirgisistans und Tadschikistans durchführten. In ihrer Blütezeit hatte die Gruppe ungefähr 3.000 Mitglieder, hauptsächlich Usbeken und Tadschiken. Bis Ende 2001 wurde die Gruppe von Juma Namangani und Tahir Yuldasch geleitet und operierte von Guerillacamps in Afghanistan und Tadschikistan aus. In Folge des anglo-amerikanischen Einmarsches in Afghanistan und des Sturzes der Taliban verlor die IMU ihre Stützpunkte in Afghanistan. Der militärische Anführer der Gruppe, Juma Namangani, wurde während eines Luftangriffes auf ein IMU Lager getötet. Auch wenn Details von Berichte über Aufenthaltsorte und Aktivitäten noch lebender IMU Mitglieder stark voneinander abweichen, so kann man wohl davon ausgehen, dass sich Tahir Yuldasch und 150 bis 200 enge Vertraute in der pakistanischen Stammesgegend von Süd-Wasiristan zur Grenze mit Afghanistan aufhalten. Selbst wenn Tahir Yuldasch nach wie vor in gelegentlichen Videobotschaften auftaucht und in diesen auf die IMU hinweist, scheint seine Gruppe kaum einsatzfähig. Ihr Kern ist im weitläufigen Netz von Taliban und Al-Qaida aufgegangen, welche grenzübergreifend versuchen einen Guerillakrieg gegen die afghanische Regierung und internationale Kräfte zu führen. Auch wenn die Zahlen variieren, so zeigen Berichte doch, dass die Mitgliederstärke der IMU durch religiöse Flüchtlinge aus Usbekistan in die Höhe getrieben wurde. In Süd-Wasiristan geht der Einfluss durch die Präsenz der IMU über ihre tatsächliche Mitgliederstärke hinaus, Konsequenz der Verwicklung von Yuldasch und anderen IMU Kämpfern mit der lokalen Stammespolitik. Eine Folge des arabischen Einflusses durch die Internationale Islamische Front ist, dass die IMU begann Selbstmordattentate durchzuführen und den internationalen Dschihad Diskurs angenommen hat. Abgesehen von der Gruppe um Tahir Yuldasch, geht man davon aus, dass etwas dreihundert ehemalige IMU Kämpfer, enttäuscht von den engen Verbindungen zwischen Yuldasch und Al-Qaida sowie der Internationalen Islamischen Front, sich in verschiedenen Gebieten Pakistans aufhalten. Weitere einhundert ehemalige Kämpfer und ihre Familien sind im Iran. Wenig ist über die Mehrheit der IMU Kämpfer bekannt, die den militärischen Einsatz Ende 2001 überlebten. Man geht davon aus, dass sie entweder in Drittländern zerstreut, umgruppiert in kleineren Einheiten oder -freiwillig oder gezwungen, nach Usbekistan und Tadschikistan zurückgekehrt sind.

Real IRA: als Reaktion auf die Friedensbestrebung der Original-IRA. Gegründet 1997 in Nordirland. Das Hauptziel der RIRA ist ein vereinigtes Irland, das mit dem fortgesetzten bewaffneten Kampf gegen die britischen Truppen errungen werden soll, da dieser irgendwann einen britischen Rückzug aus Nordirland erzwinge. Die Organisation lehnt die Mitchell Prinzipien und das Karfreitagsabkommen ab. Den Weg der Befriedung der Provinz und die Aufhebung der Teilung der Insel allein durch politischen Kampf erklärten sie zum Verrat an den republikanischen Idealen und zum Eingeständnis der Niederlage gegenüber Großbritannien, wie der Anglo-Irische Vertrag von 1921, der zur irischen Teilung führte. Sands-McKevitt, die eine Schwester des im Hungerstreik gestorbenen Bobby Sands ist und ein Gründungsmitglied des 32 County Sovereignty Movement war, sagte in einem Interview, dass „Bobby nicht für grenzüberschreitende Institutionen starb. Er starb nicht dafür, dass Nationalisten gleichberechtigte britische Bürger in einem nordirischen Staat sind“. Die RIRA übernahm ähnliche Vorgehensweisen wie die der Provisional IRA in den 1990ern. Sie benutzt hauptsächlich Bombenanschläge in Stadtzentren, um die ökonomische Infrastruktur von Nordirland zu beschädigen. Die Organisation versucht auch Mitglieder der Sicherheitskräfte mit Landminen, selbstgebauten Mörsern (Barrack buster) und Autobomben zu töten. Für Ziele in England benutzt sie Brand- und Autobomben mit denen sie Terror und Zerstörung verbreitet.

Al-Qaida: Führung von Osama Bin Laden unter den Namen „internationale Front für den Heiligen Krieg gegen Juden und Kreuzzügler. Seit 1998 mit weltweit autonom arbeitende Gruppen, Radikal islamische Organisation ohne hierarchisch durchkomponiertes Strukturen. Die al-Qaida setzt auch auf Propaganda vor allem in arabischen und muslimischen Gesellschaften. Sie sieht Gewaltakte als Mittel, alle Muslime im „Befreiungskampf“ gegen die Dominanz des Westens zu vereinen. Dabei werden Terrorakte auch gegen Zivilisten, die als „Kollaborateure“ zur Zielscheibe werden oder einfach als zufällige Terroropfer mit in Kauf genommen. Hauptkampfgebiet ist nach den letzten Aufrufen Bin Ladens der Irak. Obwohl sich die meisten Iraker heute gegen den Terror aussprechen, findet al-Qaida in manchen Strömungen muslimischer Gesellschaften, besonders in Pakistan, Indonesien und Saudi-Arabien, Rückhalt. Dies hängt auch mit der traditionellen Verbindung von Religion und Politik in islamischer Tradition zusammen. Für streng gläubige Muslime ist jede Staats- und Gesellschaftsform außerhalb der Scharia verwerflich. Darum sehen manche sich legitimiert, die Welt der „Ungläubigen“ mit Terrorakten zu zerstören. Im Islam gibt es allerdings keine Garantie, dass man nach dem Tod ins Paradies kommt, selbst wenn man sein ganzes Leben lang gute Werke getan hat. Alles hängt davon ab, wie Allah einmal entscheiden wird. Wenn aber ein Muslim im Dschihad stirbt, muss er im Grab nicht auf das Gericht warten, sondern – so der Glaube – kommt sofort ins Paradies. Gerade junge Muslime aus ärmlichen Verhältnissen fühlen sich von der Dschihad-Ideologie angezogen. Die Rolle der Religion als Ursache des islamistischen Terrors ist umstritten. Die Täter verstehen ihre Anschläge als eine Form des Dschihad und berufen sich dazu auf den Koran, der ihnen befehle, all jene zu töten, die sich nicht zum Islam bekehren wollten.

Was ist Dschihad?
„Dschihad“ heißt wörtlich, „sich um etwas bemühen, nach etwas streben“. Er dient also ausschließlich der Selbstverteidigung, wohingegen Aggression verboten ist. Nirgendwo im Heiligen Koran ist die Rede davon, daß es den Muslimen erlaubt sei, einfach Menschen anderen Glaubens nur deswegen zu bekämpfen, weil sie eben einen anderen Glauben haben. Einen wie auch immer gearteten Glauben zu haben, steht jedem Menschen frei. Die Muslime sollen in „ Weisheit “ und „ schöner Ermahnung “ diskutieren. Der wichtigste Jihad besteht in dem unablässigen Bemühen des Menschen um das richtige Gehen auf dem geraden Weg, d.h. dem Kampf gegen Egoismus und schlechte Neigungen und falsche Begierden. Der Heilige Prophet Muhammadsaw sagte: „Der beste Jihad ist ein wahres Wort gegen einen Tyrannen“. Dies geschieht heutzutage im interreligiösen Dialog, der die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen und Religionen unterstreicht, ohne die Friedensbotschaft des Islam zu vernachlässigen. Der Islam erlaubt uns die Verteidigung der Glaubensfreiheit und die Verteidigung von Leib und Leben. Diese Erlaubnis wurde von Gott dem Heiligen Propheten Muhammadsaw gegeben, nachdem er zwölf Jahre lang der grausamen Verfolgung durch die götzendienerischen Mekkaner friedlich standgehalten hatte, und als diese mit einem übermächtigen Heer gegen die wenigen Muslime ausrückten, um sie zu vernichten. Wer indes Verse des Heiligen Korans aus dem Zusammenhang reißt und daraus zu belegen versucht, daß es den Muslimen zwingend vorgeschrieben sei, die „Ungläubigen“ zu vernichten, begeht einen großen Fehler. Zusammenfassend können wir sagen, dass die grausamen und niederträchtigen Morde von selbsternannten „Glaubenskriegern“, durch die Unschuldige ums Leben kommen, nicht mit der friedlichen Lehre des Islam vereinbar sind und dass auch die Mär, mit der hierzulande den Menschen Angst eingejagt wird, der Islam gebiete die Vernichtung aller Ungläubigen, keine Grundlage im Heiligen Koran oder im vorbildlichen Leben des Heiligen Propheten Muhammadsaw findet. Islam heißt, kurz gesagt „Frieden“, und seine Lehre dient der Erhaltung und Erringung des Friedens. Es ist verständlich, dass eine Zwangsbekehrung, sei sie durch physische oder psychische Gewalt zustande gekommen, nur Heuchler hervorbringen kann, niemals aber Menschen mit einem liebenden Herzen, wie es der Islam fordert. Ein Muslim soll sich nicht den Krieg wünschen und kein islamischer Staat sollte ihn anstreben.

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